Blower-Door Verfahren

Mit dem Blower Door Test, auch „Differenzdruck-Messverfahren“ bezeichnet, wird die Luftdichtigkeit einer Gebäudehülle gemessen. Der Test wird bei jedem Bauvorhaben zur Ausführungskontrolle empfohlen, um eventuelle Fehlstellen in der thermischen Gebäudehülle zu lokalisieren und Folge- und Bauschäden zu vermeiden.

Der Blower Door Test stammt ursprünglich Schweden und den USA und wurde international zum Standard-Verfahren für die Prüfung der Luftdichtigkeit eines Gebäudes.

Mit Blower-Door können Sie feststellen, ob Ihre Liegenschaft den einschlägigen Normen entspricht, unkontrolliert Energie resp. Wärme verliert. Eine luftdichte Gebäudehülle steigert den Wohnkomfort, grenzt Schadstoffe aus (z.B. Radon) und gewährleistet auch den planmässigen Betrieb von Lüftungsanlagen.

Für die Anforderungen an die Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle gilt in der Schweiz die Norm SIA 180 „Wärme- und Feuchteschutz im Hochbau“ und/oder die Richtlinie für Luftdurchlässigkeitsmessungen bei Minergie-P und Minergie-Bauten (RILUMI). In der ISO 9972:1996 und der darauf aufbauenden EN 13829 „Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden“ ist das Differenzdruckverfahren genormt.

Ablauf des Blower Door Test:

Durch einen Ventilator mit kalibrierter Messblende für den geförderten Volumenstrom wird Luft in das zu untersuchende Gebäude gedrückt (Überdruck) oder herausgesaugt (Unterdruck). Der drehzahlgeregelte Ventilator wird so eingestellt, dass zum Umgebungsdruck eine Druckdifferenz von 50 Pascal entsteht. Druckdifferenzen entstehen auch natürlich, wenn z.B. Wind weht. Bei einer Windstärke 5 ist diese Druckdifferenz ebenfalls etwa 50 Pascal. Der Ventilator wird mittels eines verstellbaren Rahmens, in eine Tür/Tor- oder Fensteröffnung eingesetzt.

Messinstrumente bestimmen die Druckdifferenzen, welche das Gebläse erzeugt und die Luftmengen, die der Ventilator transportiert. Die Drehzahl des Ventilators wird so geregelt, dass sich ein bestimmter Druck zwischen Aussen- und Innenraum aufbaut. Dabei muss er bei der Unterdruckmessung soviel Luft nach aussen befördern, wie durch die vorhandenen Leckstellen in das Gebäude eindringt.

Die Messung gehört zum Qualitäts-Standard eines jeden Bauvorhabens, auch bei grossen Gebäuden wie Lagerhallen, Bürogebäuden, Kühlhäuser, Sporthallen oder Verbrauchermärkte.

Das Blower Door Verfahren bietet die Möglichkeit:

  • Lage und Stärke der Undichtigkeiten zu bestimmen (qualitativ)
  • Luftstrom (V50 in m³/h) durch die Summe aller Leckagen bei einem Prüfdruck von 50 Pa (quantitativ) zu ermitteln
  • Stündliche Luftwechselrate (V50 / V Raum = n50) bei 50 Pa zu messen
  • Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle (V50 / Hüllfläche =q50)

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